Andacht für den Sonntag Kantate

Kantate, das ist der 4. Sonntag nach Ostern. Kantate bedeutet “singet”.

Orientiert am Wochenspruch aus Psalm 98:
“Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.”

Der Predigttext steht in 2. Buch der Chronik 5.2-5, 12-14.

Der Gottesdient wurde aufgezeichnet im Leopoldina Krankenhaus in Schweinfurt am 09.Mai 2020. Gehalten wurde er von Pfrn. Rosa.

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Predigtwort für den 3. Sonntag nach Ostern

Der Gottesdienst als Video.

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Liebe Geschwister in Christus,

das Predigtwort für den 3. Sonntag nach Ostern stammt aus dem Johannesevangelium 15, 1-8. Der Text lautet:

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.

3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.

5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.

8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

dieser Text erzählt ein Gleichnis vom Fruchtbringen. Dieses Gleichnis wurde auf dem Weg nach Gethsemane fortgesetzt (14, 31) als Jesus mit seinen Jüngern an einem Weinstock vorbeikam. 

Viele Bäume und ihre Früchte kennen wir schon. Ein Gärtner kümmert sich viel um Pflanzen oder Bäume, dass sie gute Früchte bringen werden. Zum Beispiel muss man den Boden schön bereiten und verbessern, bevor man einen Weinstock in den Boden setzt. Es dauert einige Jahre, bis ein Weinstock überhaupt den ersten Ertrag bringt. Wenn er aufwächst, muss man sehr sorgfältig beschneiden und reinigen, dass er Frucht bringt. Und wenn die Weintrauben reif sind, wird der Gärtner rechtzeitig ernten. Ein Weinstock braucht so eine Voraussetzung, um Frucht zu bringen. Bei anderen Bäumen und Pflanzen ist es auch genauso.

Mit diesem Bild wollte Jesus seinen Jüngern erklären, dass die Menschen die an ihn glauben Frucht bringen dürfen. Er sagte ihnen, „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner“ (V.1+5). Jesus ist der wahre Weinstock, der Gottes Plan erfüllt hat, wo das Volk Gottes im Alten Testament versagt hat (Jes 5, 1-7; Hes 15, 1-6; 19,10-14; Ps 80,9-17). Der Weingärtner, sein Vater, hat alle Voraussetzungen erledigt. Der Weinstock, Jesus Christus ist gepflanzt. Er trägt schon viele Reben. Er sagt seinen Jüngern, „Ihr seid die Reben“. Was übrig ist nun Fruchtbringen, das die Reben des Weinstockes erfüllen müssen. Das ist ihre Aufgabe. Mit dem Fruchtbringen verherrlichen die Jünger Gott und weisen auch auf das Wachsen und die Vollendung im Jüngersein hin.

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

wer an Jesus Christus glaubt, ist wie eine Rebe. Wir sind seine Rebe. Die Frage ist aber welche Frucht erwartet Jesus von seinen heutigen Nachfolgern? Von uns? Wie oft soll die Frucht gebracht werden? Was sollten wir durchhalten um Frucht zu bringen?

Die Reben gehen direkt aus dem Stock hervor. Sie bleiben beim Stock fest. Dann wachsen sie sehr schnell und bringen Frucht. Die Rebe bekommt keinen Saft vom Weinstock, wenn nicht eine ständige Verbindung zwischen ihr und ihm besteht. Wenn wir in Jesus bleiben, in ihm wachsen, werden seine Liebe und Gnade in unserem Leben fließen. Wie der Weingärtner, reinigt Gott die Sünde von unserem Leben, durch das kostbare Blut seines Sohnes. Er stärkt uns mit seinem Wort. Dann werden wir in seinem Reich heranwachsen. In diesem Wachstum lässt uns unser Weinstock, Jesus, viel Frucht bringen. Aber welche sind sie? Nun möchte ich Sie an einige davon erinnern.

  1. Glauben

ohne Glauben, kann man nicht Jesus ständig nachfolgen. Das Gleichnis vom Weinstock war für die Jünger damals eine Aufforderung um ihr Glauben an Jesus zu prüfen. Der Glaube, der ihnen hilft, in jeder Zeit in Jesus zu bleiben. Unser Glauben an Jesus ist deshalb eine Frucht, die wir immer bringen dürfen, die großer ist als unsere Angst vor Krankheit, Einsamkeit, Depression, Krise und Tod. Besonders in dieser schrecklichen Zeit, wegen Weltweit Corona-Krise. Jesus spricht, „Fürchte dich nicht, glaube nur“ (Mk 5, 36 b). Ein fester Glaube an die Macht Gottes, seine Liebe, Werke, seinen Beistand und Wunder. Den wollen wir in jeder Zeit und jedem Ort haben.

  1. Liebe

Die andere Frucht, die wir als Christen bringen sollen ist Liebe. Diese Frucht ist eine sichtbare Frucht, die in unser Tun verwandelt wird. In dieser Zeit erleben wir jeden Tag, die Menschen, die die Last des Anderen tragen, die ihr eigenes Leben opfern, um anderen zu helfen, die ihr Geld und ihre Zeit spenden, um die Bedürftigen Menschen in der Nähe und Ferne zu unterstützen. Menschen, die, die anderen mit ihren Gaben und Talenten erfreuen. Wir erleben Menschen, die auf ihre Wünsche, Hobbys und Tätigkeiten verzichten, um auf Menschen aufzupassen, die in dieser Corona-Pandemie einer Risikogruppe gehören. Solche Menschen halten an Maßnahmen ganz im Ernst und machen es mit Sympathie. Das ist dem Vorbild Jesu nachzufolgen. Wegen seiner wahre Liebe hat Jesus sein Leben geopfert und für uns ein Vorbild hinterlassen, dass wir auch diese Frucht bringen sollen. Nicht nur in dieser aktuellen Krise, sondern sollen wir einander in allen Zeiten wahrhaftig lieben.

  1. Treu bleiben

Wir bleiben Gott treu durch eine lebendige Beziehung mit ihm. Es soll Austauschen zwischen uns und Gott geben. Das wird möglich durch unser Gebet, Reden mit ihm, sein Wort hören und vieles mehr. Diese Beziehung soll nicht von unserer Situation abhängig sein, sondern wir sollen sie jeden Tag ausüben. Dann fließt die Liebe Gottes in unserem Leben, genauso wie die Pflanzensäfte im Weinstock, die vom Stock zur Rebe und zurück fließen. Mit dieser fließenden Liebe und guten Beziehung mit Gott, können wir ihm treu bleiben, auch wenn unser Leben auf einem Prüfstand steht.

Die anderen Früchte sind Freude haben auch in den traurigen Zeiten, Hoffnung haben auch wenn nichts scheinbar ist und Mut haben, wenn wir allein oder gemeinsam mit anderen eine schreckliche Zeit überstehen müssen. 

Diese und solche guten Früchte erwartet Gott von uns jeden Tag, immer. Nicht saisonal wie viele Bäume, die wir kennen. Es gibt vielleicht Ausnahmen. Aber viele Bäume bringen Frucht nur einmal im Jahr. Unser Fruchtbringen soll nicht von Jahreszeiten abhängig sein. Wenn wir ständig Frucht bringen, verherrlichen wir Gott jeden Tag und weisen auf unser Wachstum und Vollendung in seinem Reich hin. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herze und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Bleiben Sie behütet und wir sehen uns bald

Ihr Pfarrer Mulugeta

Online-Andacht für den 2. Sonntag nach Ostern

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Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie sehr herzlich zu dieser Online-Andacht für den 2. Sonntag nach Ostern. Ich hoffe, dass es Ihnen und allen Ihren Mitmenschen gut geht. Wie sehen wir übrigens die Corona-Krise zu dieser aktuellen Zeit, als Christen und Christinnen? Als Strafe Gottes? Oder als ein Weg zur Dankbarkeit? Oder anders? Die heutige Andacht lässt uns erfahren, wie wir diese Situation wahrnehmen sollen.

Ja, es ist uns bewusst, liebe Gemeinde, dass unsere Welt seit circa 3 Monaten unter Corona-Krise leidet. Täglich informieren wir uns über Zahlen der Todesfälle oder Infektionen in der ganzen Welt. Diese Krise hat die Wirtschaft, Wissenschaft, Soziale- und Internationale Beziehungen, Politik und vieles mehr herausgefordert.  

Der Kampf gegen die Corona-Pandemie stellt die Welt vor gewaltige Aufgaben. Die Maßnahmen und Ausnahmen wurden zum Normalzustand. Viele Länder kämpfen mit zahlreichen Maßnahmen um die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen oder verhindern. Sie kämpfen auch gegen die Folgen der Krise und sich beraten über den Umgang mit der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen.

Die Frage, die fast alle Menschen weltweit fragen, ist, wann wird ein Ende für Covid-19. Meine 5-jährige Tochter sagt, „Ich hasse immer zu hören dieses Wort „Corona“. Sie sagt, „Wann kommt es zu Ende?“ In ihrem Gebet betet sie auch: „Gott, mach ein Ende zu Corona und hilf allen Menschen gesund zu bleiben, hilf uns mit anderen Kindern wieder nah zu kommen und miteinander zu spielen“. Nähe zu einander, Normalität im Alltag, Lebenssicherheit, gutes Gefühl, ja die wünschen wir uns alle bestimmt.

Die Corona-Krise hat nicht nur Wirtschaft, Wissenschaft, Beziehungen und Politik herausgefordert, sondern auch den Glauben der vielen Menschen. Viele Menschen in verschiedenen Religionen fragen, warum ist diese Krise? Ist sie eine Strafe Gottes? Manche Leute sagen, „Wegen Gottlosigkeit und Sünde hat Gott die ganze Welt bestraft“. Es ist klar, es gibt Sünde, Gottlosigkeit überall in der Welt. Aber sollen wir diese Corona-krise so verstehen, dass sie eine Strafe Gottes ist? Wenn wir es so verstehen sollten, wie könnten wir dann mit der Wahrheit unseres Glaubens umgehen, dass Gott Liebe ist? Der heutige Predigttext erklärt uns, wie Gott seine wahre Liebe durch ein Leid ausdrücken will. Unser Predigtwort stammt aus dem 1ten Brief des Petrus 2, 21-25. Ich lese den Text.

21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet;

24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.25 Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Liebe Gemeinde,

in diesem Text schrieb Petrus, dass Jesus, der ohne Sünde gelitten hat, ein Vorbild für uns hinterlassen hat.  Petrus schrieb zu der Zeit, als die Christenverfolgung unter Nero begann.  In seinem Brief spricht Petrus den Christen Trost zu und macht ihnen Mut und Hoffnung, damit sie standhaft bleiben können.

Petrus ist selbst Jesus nachgefolgt nicht nur ein Mitglied der Jünger zu sein und das Evangelium zu predigen, sondern am Leid Jesu auch Teil zu haben. Obwohl wir über seinen Tod Genaues nichts wissen, wurde es überliefert, Petrus sei im Lauf der Christenverfolgung unter Kaiser Nero gekreuzigt worden. Deshalb ermutigte er die verfolgten Christen*innen, dass sie Jesus zum Vorbild haben. Jesus, dessen Tod am Kreuz nicht Strafe Gottes ist, sondern der Weg Gottes, der Menschen in die Liebe, Gerechtigkeit, Heilung Gottes und zum Umkehr hinführt. Durch sein Leid am Kreuz hat der sündlose Jesus unsere Sünden auf das Holz hinaufgetragen. Deshalb war das Leid Jesu nicht Strafe Gottes wegen Sünde, sondern eine Einladung zur Dankbarkeit für Gott für das neue Leben, die neue Gemeinschaft und Begegnung mit ihm. Kann diese Krise uns auch zu einer Dankbarkeit einladen, dass wir unsere Hände trotzdem für die Dankbarkeit vertikal und horizontal heben können? Ja, Gott kann jeden Weg nutzen um Menschen nah zu kommen. Durch jeden Weg begegnet uns Gott aber mit seiner wahre Liebe, nicht mit einer Strafe. Alle unsere Strafen hat Jesus auf sich genommen. Deswegen ist es schwierig zu sagen, dass unsere heutige Krise eine Strafe Gottes ist.

Als die Jünger Jesu einmal einen Blindgeborenen Mann unterwegs sahen und Jesus fragten, wer gesündigt hat, dass er blind geboren ist, antwortete Jesus ihnen, dass weder der Mann noch seine Eltern gesündigt hat, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm (Joh 9, 1ff). Damit machte Jesus den Jüngern bewusst, dass Gott nicht der strafende, sondern der liebende Gott ist. Wenn Gott Menschen wegen ihre Sünden in dieser Zeit mit dieser Corona-Krise bestrafen möchte, warum sind die ältere Menschen, die überwiegend an ihren Glauben festhalten, die Menschen, die schon eine Krankheit haben und für die Heilung auf Gott hoffen, viele Pflegekräfte, Ärzte und Ärztinnen, die ein Risiko eingehen, um andere Menschen zu retten, an diese Krankheit sterben? Das wird dann eine Frage, die keine Antwort hat. Deshalb sollen wir über die andere Dimension dieser Krise überlegen, die als einen ungemütlichen Weg wahrgenommen wird, aber uns zu einer Dankbarkeit hinführt.

Diese Krise lädt uns ein, allen Verantwortlichen in unserem Land, z.B., in Politik, Sicherheit, Gesundheit, Religion, Wirtschaft, Bildungen, Wissenschaft und vielen mehr dankbar zu sein. Die Beratungen und Regelungen, die jedes Mal aktualisiert werden, die Möglichkeiten um Menschen zu unterstützen, die in dieser Zeit nicht arbeiten dürfen, die Kontrolle von den Polizeieinsätzen, dass die Menschen an die Maßnahmen halten dürfen, die Online-Unterrichten für die Schüler*innen, sind was wir wertschätzen und dafür dankbar sein sollen.

Wir sind auch den Krankenschwestern und -pflegern, Ärzten und Ärztinnen dankbar für alle ihre Behandlungen. Wir sind unseren Mitmenschen dankbar für ihre tröstenden Worte durch Anrufe, E-Mails oder Briefe, wenn sie auch bei einer Trauerfeier nicht dabei sein dürfen. Die Menschen die für die Risikogruppen Einkaufen gehen, die Menschen, die sich gegenseitig anrufen, nach ihrer Situation fragen und sich gesundes Leben wünschen, verdienen auch Dank.

Die Kirchen und ihre Haupt- und Ehrenamtlichen engagieren sich viel in dieser Risikozeit, um den Menschen geistliche Nahrungen anzubieten durch mögliche Kanälen und Kreativität. Dafür sollen wir auch dankbar sein.

Vor allem aber sollen wir Gott trotz dieser Krise danken für die Weisheit, Geduld und Hoffnung er uns schenkt, um dieses Risiko zu überstehen und überwinden. Durch diese Krise lässt er uns den Fußstapfen Jesu Christi nachfolgen und unseren Glauben und die wahre Liebe in unser Tun verwandeln können. Amen.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Ihr Pfarrer Mulugeta

Bleiben Sie behütet und wir sehen uns bald

Der Kreuzweg Jesu

Der Kreuzweg Jesu

 

Hallo liebe Kinder,

wir grüßen euch sehr herzlich. Wir hoffen, dass es euch und euren Eltern, Großeltern und Geschwistern gut geht. Wir vermissen euch hier im Kindergarten. Aber auch beim Morgenkreis und Kindergottesdienst haben wir euch vermisst. In dieser Zeit ist allen Menschen eine schwierige Situation passiert. Wisst ihr? Jesus hat auch einmal eine schwierige Zeit erlebt. Er müsste durch einen schwierigen Weg gehen. Das wollen wir nun euch erzählen. Seid ihr bereit?

 

Frohes Osterfest!

Bleibt ihr behütet und wir sehen uns bald!

Frau Anja Marterstock vom KiTa-Gut Deutschhof und

Pfarrer Mulugeta Giragn Aga

Quelle Titelbild: Kostenlosebilder aus www.pixabay.de

Andacht für Gründonnerstag 9. April 2020

Andacht für Gründonnerstag 9. April 2020

Andacht am Gründonnerstag 2020

 

Im Namen Gott des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Liebe Geschwister in Christus, liebe Familie, liebe Kinder,

ich grüße Sie/euch sehr herzlich zu dieser Onlineandacht am Gründonnerstag.  Am Gründonnerstag gedenken wir an den letzten Abend Jesu mit seinen Jüngern. Das Vergangene wird aber neu spürbar und lebendig, wenn wir heute auch Jesus und seinem Wort begegnen. Auch wenn wir heute nicht gemeinsam im Gottesdienst sitzen und das Abendmahl austeilen können, gedenken wir der Liebe Jesu Christi, die er seinen Jüngern durch das Mahl und sichtbare Beispiel gezeigt hat. Das erfahren wir in dieser Andacht.

Kostenlosebilder aus: https://pixabay.com/de/photos/passion-christus-jesus-christentum-3807312/

Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe (Joh 13, 15).

Liebe Schwestern und Brüder in Christus, liebe Gemeinde,

heute am Gründonnerstag wäre normalerweise ein Familiengottesdienst im Kirchsaal am Gut Deutschhof. Natürlich können wir diesen Gottesdienst diesmal nicht feiern, wie wir es erlebt haben. Es ist uns klar, wir haben unseren gemeinsamen Gottesdienst mit Kindern, Eltern und Großeltern am Gründonnerstag diesmal vermisst. Mit dieser Andacht möchte ich aber Sie/euch bitten, an diesen Gottesdienst zu gedenken und zu überlegen über was an diesem Tag geschehen ist.

 

Was können wir vom Gründonnerstag lernen? Wie wir schon erfahren haben, kommt das Thema „Abendmahl“ an diesem Tag häufig vor. Ja, Jesus hat an diesem Tag sein Abendmahl gegründet und damit die Gemeinschaft unter seinen Jüngern und zwischen ihm und seinen Jüngern gestiftet, die mit seinem Tod am Kreuz auch nicht zerstört werden muss.  

Vom Gründonnerstag erfahren wir noch vieles. Das Bild, das oben steht, symbolisiert die Fußwaschung Jesu, wie steht bei Johannes 13, 1-15. In mehr als drei Jahren haben die Jünger viel von Jesus erlebt. Zum Beispiel, seine Wunder, Lehre, Umgang mit ihnen und anderen Menschen, Ärger, Liebe und vieles mehr. Er war für sie ein gutes Vorbild, auch ein Herr, ein König. Sie ehren ihn. Als Jesus vor dem Passafest erkannte, dass seine Stunde gekommen war, wollte er ihnen seine Liebe noch bis ans Ende mit einem sichtbaren Beispiel zeigen. Das war die Fußwaschung, die er für seine Jünger nach dem Mahl gemacht hatte. Das konnte Simon Petrus am Anfang nicht verstehen. Es war für ihn erstaunlich, wenn er sieht, dass sich ein König, ein Herr, erniedrigt und die Füße seiner Freunde wäscht. Er sprach zu Jesus: Herr, du wäschst mir die Füße? Jesus sagte ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.

Die Antwort Jesu war für ihn noch nicht überzeugend. Er sprach zu Jesus: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Aber die weitere Antwort Jesu war für Petrus ausreichend, um zu verstehen warum Jesus es tut. Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir. Danach konnte Petrus nicht mehr widersprechen. Er nahm das Angebot an. Das überzeugende Gespräch, das nette Gespräch hilft in einer Risikozeit, um sich gegenseitig zu verstehen. Wenn man unter Stress steht, hat man oft keine gute Laune. Ja, das wissen wir bestimmt. Jesus stand vor dem Passafest unter Stress, er hatte Angst, er weiß was am nächsten Tag auf ihn wartet. Der Tod, Tod am Kreuz. Aber er blieb ruhig, noch freundlich mit seinen Freunden, trotz seines Stresses. Der Dialog zwischen Petrus und ihm wurde nicht zu einem Konflikt. Er eskalierte keinen Streit unter Jüngern, sondern wurde für sie eine gute Gelegenheit gewesen, um davon etwas Gutes zu lernen. Jesus sprach zu ihnen, „Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe“.

 

Liebe Geschwister in Christus, liebe Familie,

ja, es ist ein Stress für viele Familie in dieser Risikozeit. Das Risiko der COVID-19-Pandemie hat alles durcheinander gemacht. Die Kinder, die ihre Schulfreunde oder Freunde im Kindergarten vermisst haben, die noch die Spielplätze in einer freien Luft vermisst haben, haben manchmal keine gute Laune. Für viele Kinder ist die Schule ein Ort, wo man lernt und sich mit anderen trifft. Für andere Kinder, die aus unsicheren häuslichen Verhältnissen, ist sie ein sicherer Ort, eine schützende Umgebung, wo sie möglicherweise Missbrauch ausgesetzt sind.

Für die Eltern oder Erwachsene, die nicht auf die Arbeit gehen dürfen, ist die Situation auch nicht leicht. Je länger Menschen auf begrenztem Raum unter einem Dach die ganze Zeit miteinander verbringen müssen, desto größer

Solche Sachen sind Stress für die Familie. Wegen dieses Stresses haben vielleicht die Eltern manchmal keine gute Laune. Dann gibt es oft das Risiko für Konflikte, häusliche Auseinandersetzungen und auch Gewalt in solchen Zeiten.

Natürlich jeder Mensch überlegt, wie er in solcher Situation mit anderen Menschen umgehen kann. Zum Beispiel, Kompromissbereitschaft üben, nicht auf den eigenen Standpunkt beharren oder Konflikte nicht austragen, wenn man sich gerade besonders ärgert, sondern erst dann, wenn die Anspannung gesunken ist. Solche Methoden helfen, dass die Auseinandersetzung nicht eskaliert wird.

Wir können aber auch das gute Beispiel Jesu am Gründonnerstag nochmals wahrnehmen und ausüben, falls uns solche Konflikte in dieser Zeit der Ausgangsbeschränkung zu Hause passieren sollten. Die Fragen mit nettes Gespräch, mit ausführlichen Erklärung beantworten. Sich erniedrigen und einander dienen. Das will Jesus uns heute sagen. Gott segne sein Wort an uns allen. Amen.

 

 Ihr Pfarrer

Mulugeta Giragn Aga

Onlineandacht zur 5. Sonntag in der Passionszeit (29.03.2020).

Liebe Geschwister in Christus,

haben Sie ETWAS vermisst?

Bestimmt hat jeder Mensch in dieser Zeit der Corona-Krise etwas vermisst. Die Lehr- und Erzieherkräfte vermissen die Schreie oder Stimme der Kinder. Die Leute, die in den Geschäften arbeiten vermissen ihre Kunden, denen sie ganz nah kommen und sie fragen, „Kann ich Ihnen helfen?“ Die Menschen, die im Büro arbeiten vermissen ihre Kolleg*innen, wem sie jeden Arbeitstag früh Hände schütteln oder sich kurz unterhalten bis ihr Computer an wird.  

Auch in der Kirche vermissen wir vieles. Manche vermissen ihre liturgischen Orte, wo sie sonntags stehen und Menschen vor Gott bringen. Manche vermissen die Kanzeln, wo sie stehen und das Evangelium verkündigen. Manche vermissen Pult, wo sie Lektionar aufschlagen und die Bibeltexte vorlesen oder Abkündigungen vorlesen. Manche vermissen die Kerzenständer, wo sie die Kerzen entzünden, um zu zeigen, dass Jesus das Licht der Welt ist. Manche vermissen die Empore, wo sie den Gottesdienst mit Musik begleiten und die Besucher und Besucherinnen damit erfreuen. Manche vermissen ihren bestimmten Sitzplatz in der Kirche.

Es gibt noch was wir vermissen. Singen, beten, Live-predigten, Gemeinschaft, Kirchenkaffe und Gespräche miteinander und vieles mehr. Ja, wie wir momentan mit unseren Situationen umgehen und die Lösungen in dieser Zeit sind ungewöhnlich, vielleicht auch unangenehm. Es war genauso bei Abraham, der aufgefordert wurde, um etwas Ungewöhnliches zu tun, wie steht in der Lesung für den heutigen Sonntag im 1Mose 22, 1-19. In diesem Text steht geschrieben, dass Abraham in das Land Morija gehen und seinen Sohn Isaak opfern sollte. Abraham hat bisherig keine Gotteserfahrungen über Kinderopfern um Gott zu gefallen. Sie waren zu jener Zeit auch in heidnischen Kulten selten. Ungewöhnlich war für Abraham nicht nur das Opfer eines Kindes, sondern auch der Ort. Dort gibt es keinen Tempel, keinen Altar. Es ist nicht ein Ort wo man Gott ein Brandopfer opfern kann. Ungewöhnlich, Unbequem, Unangenehm.  

Es ist auch genauso bei uns in diesem Corona-Risiko. Allein zu Hause zu bleiben, Isoliert zu werden, Abstand von Menschen zu nehmen, jeden Tag die Todesfälle in vielen Ländern wegen eines winzigen Virus zu hören, die Lebensmittel in den Supermärkten schnell weg zu werden und vieles mehr sind nicht was überhaupt passieren sollten. Wir sind aber von dieser Krise aufgefordert, so eine Situation zu erleben. Vielleicht kommen wir nicht zu recht mit Online-Andacht, -Treffen oder andere Online- Veranstaltungen. Unser Altar zu Hause (falls es gibt) wo wir unsere Kerzen entzünden und zu Gott beten, unser Singen entweder allein oder mit Familie gefallen uns vielleicht nicht genau wie wir sie mit anderen Christen und Christinnen in der Kirche erlebt haben. Fast alle Menschen fragen, wie lange diese Krise dauern kann.   

Durch eine ungewöhnliche und unangenehme Situation erscheint aber, liebe Schwestern und Brüder, eine neue Gotteserfahrung. Auf dem ungewöhnlichen Ort hat Abraham einen Altar für sein Brandopfer gebaut. Dort begegnet Abraham dem Engel Gottes. Dem Engel Gottes, der mit einer Befreiungsbotschaft zu ihm gekommen ist. Abraham hat dem Ort einen neuen Namen gegeben, „Der Herr sieht! Abraham war Gott gehorsam. Sein Sohn Isaak wurde gerettet. Anstatt seines Sohnes wurde ein Widder geopfert. Abraham und seine Nachkommen wurden gesegnet. Auf dem Berg in Morija, wo Abraham seinen Sohn opfern sollte, hatte David später einen Altar für Gott errichtet (2 Sam 24, 16ff.). Dort hat Salomo später seinen Tempel errichtet (2 Chr. 3,1). Der unbequeme Ort, die unbequeme Situation wurde für Abraham und viele Menschen zu einem Segen.

Deshalb sollen wir in dieser Zeit Gott gehorsam sein, wie Abraham. Wir sollen eine neue Erfahrung mit Gott sammeln, obwohl diese Krise unfassbar und untragbar ist. Durch diese ungewöhnliche Gotteserfahrung können wir den Wegen Gottes neu begegnen. Die Wege Gottes, die uns zu einer Freude führt. Die uns zu einer lebendigen Gemeinschaft in der Gesellschaft, in der Familie und in der Kirche führt. Lasst uns diese Zeit als eine Chance nutzen, um nachzudenken über einen guten Familienzusammenhalt, gute Gemeinschaft, große Interesse an Teilnahme an den Gottesdiensten und kirchlichen Veranstaltungen und vieles mehr, die in unserer Generation als altmodisch angesehen wurden. Alles was wir in dieser ungewöhnlichen Zeit vermisst haben, lädt uns ein, um wahrzunehmen wie es uns wichtig ist. Es lädt uns ein, um zu erleben, wie Gott in unbequemen Zeiten auch in unserem Leben erscheint und eingreift, um uns eine Frohbotschaft der Rettung hören zu lassen, wie Abraham. Die Rettungsbotschaft, die im Neuen Testament durch Osterfreude offenbart wurde. Wenn wir glauben, dass Gott uns und alle seine Geschöpfe sieht, dann erfahren wir ihn und seinen Weg neu.  Amen.  

Gott segne sein Wort an uns allen. Bleiben Sie behütet.

Pfr. Mulugeta

Ab Sonntag 17. Mai 2020 wieder Gottesdienste!

 

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