Predigtwort für den 3. Sonntag nach Ostern

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Liebe Geschwister in Christus,

das Predigtwort für den 3. Sonntag nach Ostern stammt aus dem Johannesevangelium 15, 1-8. Der Text lautet:

1 Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner. 2 Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, nimmt er weg; und eine jede, die Frucht bringt, reinigt er, dass sie mehr Frucht bringe.

3 Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe. 4 Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht an mir bleibt.

5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun. 6 Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt die Reben und wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

7 Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.

8 Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

dieser Text erzählt ein Gleichnis vom Fruchtbringen. Dieses Gleichnis wurde auf dem Weg nach Gethsemane fortgesetzt (14, 31) als Jesus mit seinen Jüngern an einem Weinstock vorbeikam. 

Viele Bäume und ihre Früchte kennen wir schon. Ein Gärtner kümmert sich viel um Pflanzen oder Bäume, dass sie gute Früchte bringen werden. Zum Beispiel muss man den Boden schön bereiten und verbessern, bevor man einen Weinstock in den Boden setzt. Es dauert einige Jahre, bis ein Weinstock überhaupt den ersten Ertrag bringt. Wenn er aufwächst, muss man sehr sorgfältig beschneiden und reinigen, dass er Frucht bringt. Und wenn die Weintrauben reif sind, wird der Gärtner rechtzeitig ernten. Ein Weinstock braucht so eine Voraussetzung, um Frucht zu bringen. Bei anderen Bäumen und Pflanzen ist es auch genauso.

Mit diesem Bild wollte Jesus seinen Jüngern erklären, dass die Menschen die an ihn glauben Frucht bringen dürfen. Er sagte ihnen, „Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner“ (V.1+5). Jesus ist der wahre Weinstock, der Gottes Plan erfüllt hat, wo das Volk Gottes im Alten Testament versagt hat (Jes 5, 1-7; Hes 15, 1-6; 19,10-14; Ps 80,9-17). Der Weingärtner, sein Vater, hat alle Voraussetzungen erledigt. Der Weinstock, Jesus Christus ist gepflanzt. Er trägt schon viele Reben. Er sagt seinen Jüngern, „Ihr seid die Reben“. Was übrig ist nun Fruchtbringen, das die Reben des Weinstockes erfüllen müssen. Das ist ihre Aufgabe. Mit dem Fruchtbringen verherrlichen die Jünger Gott und weisen auch auf das Wachsen und die Vollendung im Jüngersein hin.

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

wer an Jesus Christus glaubt, ist wie eine Rebe. Wir sind seine Rebe. Die Frage ist aber welche Frucht erwartet Jesus von seinen heutigen Nachfolgern? Von uns? Wie oft soll die Frucht gebracht werden? Was sollten wir durchhalten um Frucht zu bringen?

Die Reben gehen direkt aus dem Stock hervor. Sie bleiben beim Stock fest. Dann wachsen sie sehr schnell und bringen Frucht. Die Rebe bekommt keinen Saft vom Weinstock, wenn nicht eine ständige Verbindung zwischen ihr und ihm besteht. Wenn wir in Jesus bleiben, in ihm wachsen, werden seine Liebe und Gnade in unserem Leben fließen. Wie der Weingärtner, reinigt Gott die Sünde von unserem Leben, durch das kostbare Blut seines Sohnes. Er stärkt uns mit seinem Wort. Dann werden wir in seinem Reich heranwachsen. In diesem Wachstum lässt uns unser Weinstock, Jesus, viel Frucht bringen. Aber welche sind sie? Nun möchte ich Sie an einige davon erinnern.

  1. Glauben

ohne Glauben, kann man nicht Jesus ständig nachfolgen. Das Gleichnis vom Weinstock war für die Jünger damals eine Aufforderung um ihr Glauben an Jesus zu prüfen. Der Glaube, der ihnen hilft, in jeder Zeit in Jesus zu bleiben. Unser Glauben an Jesus ist deshalb eine Frucht, die wir immer bringen dürfen, die großer ist als unsere Angst vor Krankheit, Einsamkeit, Depression, Krise und Tod. Besonders in dieser schrecklichen Zeit, wegen Weltweit Corona-Krise. Jesus spricht, „Fürchte dich nicht, glaube nur“ (Mk 5, 36 b). Ein fester Glaube an die Macht Gottes, seine Liebe, Werke, seinen Beistand und Wunder. Den wollen wir in jeder Zeit und jedem Ort haben.

  1. Liebe

Die andere Frucht, die wir als Christen bringen sollen ist Liebe. Diese Frucht ist eine sichtbare Frucht, die in unser Tun verwandelt wird. In dieser Zeit erleben wir jeden Tag, die Menschen, die die Last des Anderen tragen, die ihr eigenes Leben opfern, um anderen zu helfen, die ihr Geld und ihre Zeit spenden, um die Bedürftigen Menschen in der Nähe und Ferne zu unterstützen. Menschen, die, die anderen mit ihren Gaben und Talenten erfreuen. Wir erleben Menschen, die auf ihre Wünsche, Hobbys und Tätigkeiten verzichten, um auf Menschen aufzupassen, die in dieser Corona-Pandemie einer Risikogruppe gehören. Solche Menschen halten an Maßnahmen ganz im Ernst und machen es mit Sympathie. Das ist dem Vorbild Jesu nachzufolgen. Wegen seiner wahre Liebe hat Jesus sein Leben geopfert und für uns ein Vorbild hinterlassen, dass wir auch diese Frucht bringen sollen. Nicht nur in dieser aktuellen Krise, sondern sollen wir einander in allen Zeiten wahrhaftig lieben.

  1. Treu bleiben

Wir bleiben Gott treu durch eine lebendige Beziehung mit ihm. Es soll Austauschen zwischen uns und Gott geben. Das wird möglich durch unser Gebet, Reden mit ihm, sein Wort hören und vieles mehr. Diese Beziehung soll nicht von unserer Situation abhängig sein, sondern wir sollen sie jeden Tag ausüben. Dann fließt die Liebe Gottes in unserem Leben, genauso wie die Pflanzensäfte im Weinstock, die vom Stock zur Rebe und zurück fließen. Mit dieser fließenden Liebe und guten Beziehung mit Gott, können wir ihm treu bleiben, auch wenn unser Leben auf einem Prüfstand steht.

Die anderen Früchte sind Freude haben auch in den traurigen Zeiten, Hoffnung haben auch wenn nichts scheinbar ist und Mut haben, wenn wir allein oder gemeinsam mit anderen eine schreckliche Zeit überstehen müssen. 

Diese und solche guten Früchte erwartet Gott von uns jeden Tag, immer. Nicht saisonal wie viele Bäume, die wir kennen. Es gibt vielleicht Ausnahmen. Aber viele Bäume bringen Frucht nur einmal im Jahr. Unser Fruchtbringen soll nicht von Jahreszeiten abhängig sein. Wenn wir ständig Frucht bringen, verherrlichen wir Gott jeden Tag und weisen auf unser Wachstum und Vollendung in seinem Reich hin. Amen.

Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herze und Sinne in Christus Jesus. Amen.

 

Bleiben Sie behütet und wir sehen uns bald

Ihr Pfarrer Mulugeta

Online-Andacht für den 2. Sonntag nach Ostern

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Liebe Gemeinde,

ich grüße Sie sehr herzlich zu dieser Online-Andacht für den 2. Sonntag nach Ostern. Ich hoffe, dass es Ihnen und allen Ihren Mitmenschen gut geht. Wie sehen wir übrigens die Corona-Krise zu dieser aktuellen Zeit, als Christen und Christinnen? Als Strafe Gottes? Oder als ein Weg zur Dankbarkeit? Oder anders? Die heutige Andacht lässt uns erfahren, wie wir diese Situation wahrnehmen sollen.

Ja, es ist uns bewusst, liebe Gemeinde, dass unsere Welt seit circa 3 Monaten unter Corona-Krise leidet. Täglich informieren wir uns über Zahlen der Todesfälle oder Infektionen in der ganzen Welt. Diese Krise hat die Wirtschaft, Wissenschaft, Soziale- und Internationale Beziehungen, Politik und vieles mehr herausgefordert.  

Der Kampf gegen die Corona-Pandemie stellt die Welt vor gewaltige Aufgaben. Die Maßnahmen und Ausnahmen wurden zum Normalzustand. Viele Länder kämpfen mit zahlreichen Maßnahmen um die weitere Ausbreitung des Virus zu verlangsamen oder verhindern. Sie kämpfen auch gegen die Folgen der Krise und sich beraten über den Umgang mit der Lockerung der Ausgangsbeschränkungen.

Die Frage, die fast alle Menschen weltweit fragen, ist, wann wird ein Ende für Covid-19. Meine 5-jährige Tochter sagt, „Ich hasse immer zu hören dieses Wort „Corona“. Sie sagt, „Wann kommt es zu Ende?“ In ihrem Gebet betet sie auch: „Gott, mach ein Ende zu Corona und hilf allen Menschen gesund zu bleiben, hilf uns mit anderen Kindern wieder nah zu kommen und miteinander zu spielen“. Nähe zu einander, Normalität im Alltag, Lebenssicherheit, gutes Gefühl, ja die wünschen wir uns alle bestimmt.

Die Corona-Krise hat nicht nur Wirtschaft, Wissenschaft, Beziehungen und Politik herausgefordert, sondern auch den Glauben der vielen Menschen. Viele Menschen in verschiedenen Religionen fragen, warum ist diese Krise? Ist sie eine Strafe Gottes? Manche Leute sagen, „Wegen Gottlosigkeit und Sünde hat Gott die ganze Welt bestraft“. Es ist klar, es gibt Sünde, Gottlosigkeit überall in der Welt. Aber sollen wir diese Corona-krise so verstehen, dass sie eine Strafe Gottes ist? Wenn wir es so verstehen sollten, wie könnten wir dann mit der Wahrheit unseres Glaubens umgehen, dass Gott Liebe ist? Der heutige Predigttext erklärt uns, wie Gott seine wahre Liebe durch ein Leid ausdrücken will. Unser Predigtwort stammt aus dem 1ten Brief des Petrus 2, 21-25. Ich lese den Text.

21 Denn dazu seid ihr berufen, da auch Christus gelitten hat für euch und euch ein Vorbild hinterlassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen; 22 er, der keine Sünde getan hat und in dessen Mund sich kein Betrug fand; 23 der, als er geschmäht wurde, die Schmähung nicht erwiderte, nicht drohte, als er litt, es aber dem anheimstellte, der gerecht richtet;

24 der unsre Sünden selbst hinaufgetragen hat an seinem Leibe auf das Holz, damit wir, den Sünden abgestorben, der Gerechtigkeit leben. Durch seine Wunden seid ihr heil geworden.25 Denn ihr wart wie irrende Schafe; aber ihr seid nun umgekehrt zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen.

Liebe Gemeinde,

in diesem Text schrieb Petrus, dass Jesus, der ohne Sünde gelitten hat, ein Vorbild für uns hinterlassen hat.  Petrus schrieb zu der Zeit, als die Christenverfolgung unter Nero begann.  In seinem Brief spricht Petrus den Christen Trost zu und macht ihnen Mut und Hoffnung, damit sie standhaft bleiben können.

Petrus ist selbst Jesus nachgefolgt nicht nur ein Mitglied der Jünger zu sein und das Evangelium zu predigen, sondern am Leid Jesu auch Teil zu haben. Obwohl wir über seinen Tod Genaues nichts wissen, wurde es überliefert, Petrus sei im Lauf der Christenverfolgung unter Kaiser Nero gekreuzigt worden. Deshalb ermutigte er die verfolgten Christen*innen, dass sie Jesus zum Vorbild haben. Jesus, dessen Tod am Kreuz nicht Strafe Gottes ist, sondern der Weg Gottes, der Menschen in die Liebe, Gerechtigkeit, Heilung Gottes und zum Umkehr hinführt. Durch sein Leid am Kreuz hat der sündlose Jesus unsere Sünden auf das Holz hinaufgetragen. Deshalb war das Leid Jesu nicht Strafe Gottes wegen Sünde, sondern eine Einladung zur Dankbarkeit für Gott für das neue Leben, die neue Gemeinschaft und Begegnung mit ihm. Kann diese Krise uns auch zu einer Dankbarkeit einladen, dass wir unsere Hände trotzdem für die Dankbarkeit vertikal und horizontal heben können? Ja, Gott kann jeden Weg nutzen um Menschen nah zu kommen. Durch jeden Weg begegnet uns Gott aber mit seiner wahre Liebe, nicht mit einer Strafe. Alle unsere Strafen hat Jesus auf sich genommen. Deswegen ist es schwierig zu sagen, dass unsere heutige Krise eine Strafe Gottes ist.

Als die Jünger Jesu einmal einen Blindgeborenen Mann unterwegs sahen und Jesus fragten, wer gesündigt hat, dass er blind geboren ist, antwortete Jesus ihnen, dass weder der Mann noch seine Eltern gesündigt hat, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm (Joh 9, 1ff). Damit machte Jesus den Jüngern bewusst, dass Gott nicht der strafende, sondern der liebende Gott ist. Wenn Gott Menschen wegen ihre Sünden in dieser Zeit mit dieser Corona-Krise bestrafen möchte, warum sind die ältere Menschen, die überwiegend an ihren Glauben festhalten, die Menschen, die schon eine Krankheit haben und für die Heilung auf Gott hoffen, viele Pflegekräfte, Ärzte und Ärztinnen, die ein Risiko eingehen, um andere Menschen zu retten, an diese Krankheit sterben? Das wird dann eine Frage, die keine Antwort hat. Deshalb sollen wir über die andere Dimension dieser Krise überlegen, die als einen ungemütlichen Weg wahrgenommen wird, aber uns zu einer Dankbarkeit hinführt.

Diese Krise lädt uns ein, allen Verantwortlichen in unserem Land, z.B., in Politik, Sicherheit, Gesundheit, Religion, Wirtschaft, Bildungen, Wissenschaft und vielen mehr dankbar zu sein. Die Beratungen und Regelungen, die jedes Mal aktualisiert werden, die Möglichkeiten um Menschen zu unterstützen, die in dieser Zeit nicht arbeiten dürfen, die Kontrolle von den Polizeieinsätzen, dass die Menschen an die Maßnahmen halten dürfen, die Online-Unterrichten für die Schüler*innen, sind was wir wertschätzen und dafür dankbar sein sollen.

Wir sind auch den Krankenschwestern und -pflegern, Ärzten und Ärztinnen dankbar für alle ihre Behandlungen. Wir sind unseren Mitmenschen dankbar für ihre tröstenden Worte durch Anrufe, E-Mails oder Briefe, wenn sie auch bei einer Trauerfeier nicht dabei sein dürfen. Die Menschen die für die Risikogruppen Einkaufen gehen, die Menschen, die sich gegenseitig anrufen, nach ihrer Situation fragen und sich gesundes Leben wünschen, verdienen auch Dank.

Die Kirchen und ihre Haupt- und Ehrenamtlichen engagieren sich viel in dieser Risikozeit, um den Menschen geistliche Nahrungen anzubieten durch mögliche Kanälen und Kreativität. Dafür sollen wir auch dankbar sein.

Vor allem aber sollen wir Gott trotz dieser Krise danken für die Weisheit, Geduld und Hoffnung er uns schenkt, um dieses Risiko zu überstehen und überwinden. Durch diese Krise lässt er uns den Fußstapfen Jesu Christi nachfolgen und unseren Glauben und die wahre Liebe in unser Tun verwandeln können. Amen.

Der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, bewahre unsere Herzen und Sinne in Christus Jesus. Amen.

Ihr Pfarrer Mulugeta

Bleiben Sie behütet und wir sehen uns bald

Grußwort zum Ostermontag

Liebe Gemeinde,

es sind ungewöhnliche Zeiten, die uns dazu zwingen Ostern zu Hause mit so wenig Menschen wie möglich zu feiern.

Dabei sind doch unsere christlichen Feste Weihnachten, Ostern, Erntedank Familienfeste, wo man zusammenkommt und die Tage miteinander verbringt. Die Seele baumeln zu lassen. Sich unbeschwert über Ostereier, Schokoladenhasen, die aufblühende Natur zu freuen. Stattdessen gibt es vieles, was einem wegen dieser Epidemie durch Kopf gehen kann: Unsere Gesundheit oder die Gesundheit der Menschen, die uns wertvoll und lieb sind. Da sind die wirtschaftlichen Sorgen und Ängste, um den Arbeitsplatz, das Gehalt, die Zukunft.

Ob es nun dramatisch ist oder nicht, soviel ist klar: Covid 19, die neue Krankheit, hat unser Jahr 2020 durcheinander gebracht. Alles, was wir geplant, organisiert haben, ist abgesagt oder auf verschoben. Diese Ungewissheit und Unklahrheit, wie es weiter gehen soll, mit diesem Land, mit uns verlangt einiges von uns ab.

Wie können wir da unbeschwert Ostern feiern? Uns darüber freuen, dass der Herr auferstanden ist?

Das haben sich wohl die traurigen, verwirrten Jünger auch gefragt, als sie das erste mal nach der Kreuzigung und dem Tod Jesu zusammengekommen sind, um über die Geschichten, Gerüchte zu sprechen, dass Jesus lebendig gesehen wurde. Sie haben es nicht geglaubt oder für einen bösen Scherz gehalten. Vielleicht waren sie auch erschrocken, wütend und haben sich gefragt, warum Jesus denn nun in dieser schweren Situation nicht bei ihnen ist.

Da platzen zwei Jünger herein, die noch vor Kurzem Jesus begegnet sind. Während sie erzählen, erscheint Jesus plötzlich selbst. Ein magischer Moment! Zu fantastisch um wahr zu sein. Also zeigt Jesus ihnen seine Wunden: Seht her ein Mensch aus Fleisch und Blut zum Anfassen – kein Geist, kein Hirngespinst, keine Einbildung! Ich war tot und nun bin ich lebendig!

Doch er ist nicht einfach nur da, er isst mit den Jüngern an einem Tisch. Seht ich bin bei euch und teile den Alltag mit euch!

Die Jünger wissen nun, dass Jesus immer bei ihnen auf ihrem Lebensweg ist. Sie wissen nicht, was morgen sein wird. Was als nächstes kommt. Der Tod ist nicht das Ende und wir brauchen ihn nicht mehr zu fürchten.

Trotz aller Ungewissheit egal, was passiert wir sind nicht allein. Die Jünger dürfen loslassen: Ihre Trauer, ihre Verwirrung, ihren Schreck, ihre Wut. Loslassen und wieder Freude und Hoffnung schöpfen über das neue Leben.

Jesus ist mehr als der gute Lehrer, der gewissenhafte Arzt, der treue Freund, der liebe Verwandte. Er ist für alle Menschen da, um ihr Leben zu einem guten Ziel zu führen.

An Ostern feiern wir, dass Jesus auferstanden ist und unter uns ist: gerade wenn wir uns hilflos, allein und isoliert fühlen, will Jesus uns Freude und Hoffnung geben. Auch wenn wir nicht wissen, was morgen sein wird, haben wir Jesus an unserer Seite. Wir dürfen bei allen Widrigkeiten dankbar sein, dass wir eine gute medizinische Versorgung haben, dass wir genug zu essen haben, dass wir Technik haben, die uns verbindet, dass wir die vielen Menschen haben, die sich um andere selbstlos kümmern, dass wir Politiker haben, die unsere Wirtschaft unterstützen und so vieles mehr.

So kann Ostern 2020 vielleicht sogar gerade deshalb ein besonders gesegnetes Fest sein, weil wir zwar alleine, aber nicht einsam sind.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest.

Seien Sie behütet!

Der Kreuzweg Jesu

Der Kreuzweg Jesu

 

Hallo liebe Kinder,

wir grüßen euch sehr herzlich. Wir hoffen, dass es euch und euren Eltern, Großeltern und Geschwistern gut geht. Wir vermissen euch hier im Kindergarten. Aber auch beim Morgenkreis und Kindergottesdienst haben wir euch vermisst. In dieser Zeit ist allen Menschen eine schwierige Situation passiert. Wisst ihr? Jesus hat auch einmal eine schwierige Zeit erlebt. Er müsste durch einen schwierigen Weg gehen. Das wollen wir nun euch erzählen. Seid ihr bereit?

 

Frohes Osterfest!

Bleibt ihr behütet und wir sehen uns bald!

Frau Anja Marterstock vom KiTa-Gut Deutschhof und

Pfarrer Mulugeta Giragn Aga

Quelle Titelbild: Kostenlosebilder aus www.pixabay.de

Andacht für Gründonnerstag 9. April 2020

Andacht für Gründonnerstag 9. April 2020

Andacht am Gründonnerstag 2020

 

Im Namen Gott des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Liebe Geschwister in Christus, liebe Familie, liebe Kinder,

ich grüße Sie/euch sehr herzlich zu dieser Onlineandacht am Gründonnerstag.  Am Gründonnerstag gedenken wir an den letzten Abend Jesu mit seinen Jüngern. Das Vergangene wird aber neu spürbar und lebendig, wenn wir heute auch Jesus und seinem Wort begegnen. Auch wenn wir heute nicht gemeinsam im Gottesdienst sitzen und das Abendmahl austeilen können, gedenken wir der Liebe Jesu Christi, die er seinen Jüngern durch das Mahl und sichtbare Beispiel gezeigt hat. Das erfahren wir in dieser Andacht.

Kostenlosebilder aus: https://pixabay.com/de/photos/passion-christus-jesus-christentum-3807312/

Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe (Joh 13, 15).

Liebe Schwestern und Brüder in Christus, liebe Gemeinde,

heute am Gründonnerstag wäre normalerweise ein Familiengottesdienst im Kirchsaal am Gut Deutschhof. Natürlich können wir diesen Gottesdienst diesmal nicht feiern, wie wir es erlebt haben. Es ist uns klar, wir haben unseren gemeinsamen Gottesdienst mit Kindern, Eltern und Großeltern am Gründonnerstag diesmal vermisst. Mit dieser Andacht möchte ich aber Sie/euch bitten, an diesen Gottesdienst zu gedenken und zu überlegen über was an diesem Tag geschehen ist.

 

Was können wir vom Gründonnerstag lernen? Wie wir schon erfahren haben, kommt das Thema „Abendmahl“ an diesem Tag häufig vor. Ja, Jesus hat an diesem Tag sein Abendmahl gegründet und damit die Gemeinschaft unter seinen Jüngern und zwischen ihm und seinen Jüngern gestiftet, die mit seinem Tod am Kreuz auch nicht zerstört werden muss.  

Vom Gründonnerstag erfahren wir noch vieles. Das Bild, das oben steht, symbolisiert die Fußwaschung Jesu, wie steht bei Johannes 13, 1-15. In mehr als drei Jahren haben die Jünger viel von Jesus erlebt. Zum Beispiel, seine Wunder, Lehre, Umgang mit ihnen und anderen Menschen, Ärger, Liebe und vieles mehr. Er war für sie ein gutes Vorbild, auch ein Herr, ein König. Sie ehren ihn. Als Jesus vor dem Passafest erkannte, dass seine Stunde gekommen war, wollte er ihnen seine Liebe noch bis ans Ende mit einem sichtbaren Beispiel zeigen. Das war die Fußwaschung, die er für seine Jünger nach dem Mahl gemacht hatte. Das konnte Simon Petrus am Anfang nicht verstehen. Es war für ihn erstaunlich, wenn er sieht, dass sich ein König, ein Herr, erniedrigt und die Füße seiner Freunde wäscht. Er sprach zu Jesus: Herr, du wäschst mir die Füße? Jesus sagte ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.

Die Antwort Jesu war für ihn noch nicht überzeugend. Er sprach zu Jesus: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Aber die weitere Antwort Jesu war für Petrus ausreichend, um zu verstehen warum Jesus es tut. Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir. Danach konnte Petrus nicht mehr widersprechen. Er nahm das Angebot an. Das überzeugende Gespräch, das nette Gespräch hilft in einer Risikozeit, um sich gegenseitig zu verstehen. Wenn man unter Stress steht, hat man oft keine gute Laune. Ja, das wissen wir bestimmt. Jesus stand vor dem Passafest unter Stress, er hatte Angst, er weiß was am nächsten Tag auf ihn wartet. Der Tod, Tod am Kreuz. Aber er blieb ruhig, noch freundlich mit seinen Freunden, trotz seines Stresses. Der Dialog zwischen Petrus und ihm wurde nicht zu einem Konflikt. Er eskalierte keinen Streit unter Jüngern, sondern wurde für sie eine gute Gelegenheit gewesen, um davon etwas Gutes zu lernen. Jesus sprach zu ihnen, „Denn ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe“.

 

Liebe Geschwister in Christus, liebe Familie,

ja, es ist ein Stress für viele Familie in dieser Risikozeit. Das Risiko der COVID-19-Pandemie hat alles durcheinander gemacht. Die Kinder, die ihre Schulfreunde oder Freunde im Kindergarten vermisst haben, die noch die Spielplätze in einer freien Luft vermisst haben, haben manchmal keine gute Laune. Für viele Kinder ist die Schule ein Ort, wo man lernt und sich mit anderen trifft. Für andere Kinder, die aus unsicheren häuslichen Verhältnissen, ist sie ein sicherer Ort, eine schützende Umgebung, wo sie möglicherweise Missbrauch ausgesetzt sind.

Für die Eltern oder Erwachsene, die nicht auf die Arbeit gehen dürfen, ist die Situation auch nicht leicht. Je länger Menschen auf begrenztem Raum unter einem Dach die ganze Zeit miteinander verbringen müssen, desto größer

Solche Sachen sind Stress für die Familie. Wegen dieses Stresses haben vielleicht die Eltern manchmal keine gute Laune. Dann gibt es oft das Risiko für Konflikte, häusliche Auseinandersetzungen und auch Gewalt in solchen Zeiten.

Natürlich jeder Mensch überlegt, wie er in solcher Situation mit anderen Menschen umgehen kann. Zum Beispiel, Kompromissbereitschaft üben, nicht auf den eigenen Standpunkt beharren oder Konflikte nicht austragen, wenn man sich gerade besonders ärgert, sondern erst dann, wenn die Anspannung gesunken ist. Solche Methoden helfen, dass die Auseinandersetzung nicht eskaliert wird.

Wir können aber auch das gute Beispiel Jesu am Gründonnerstag nochmals wahrnehmen und ausüben, falls uns solche Konflikte in dieser Zeit der Ausgangsbeschränkung zu Hause passieren sollten. Die Fragen mit nettes Gespräch, mit ausführlichen Erklärung beantworten. Sich erniedrigen und einander dienen. Das will Jesus uns heute sagen. Gott segne sein Wort an uns allen. Amen.

 

 Ihr Pfarrer

Mulugeta Giragn Aga

Unsere Osterkerzen sind gebastelt.

Unsere Osterkerzen sind gebastelt.

 

Wie in jedem Jahr haben MK, PP, Gut Deutschof und St. Lukas, plus die kleine Osterkerze in St. Elisabeth in ökumenischer Verbundenheit die gleiche Osterkerze. Das Motiv ist immer durch die Jahreslosung der evangelischen Kirche inspiriert. Für 2020: Ich glaube, hilf meinem Unglauben (MK 9,24)

Kleine Kerzen stehen in der Kirche Peter und Paul – zum Mitnehmen gegen eine Spende

 

Ab Sonntag 17. Mai 2020 wieder Gottesdienste!

 

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