„Wandelt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ Eph 5.8b.9

Liebe Gemeinde,

es ist Sommer. Die Sonne scheint über einem meist Wolkenlosen Himmel, es ist hell, trocken und heiß. Eine wunderbare Ferienstimmung und Leichtigkeit legt sich über unsere Region. Die Sonne tut unserer Seele und unserem Körper gut. Doch sich in die Sonne begeben, kann auch zur Herausforderung werden, wenn man in der Mittagszeit aus dem Haus geht. Die Strahlen der Sonne scheinen alles gnadenlos zu verbrennen, was ihnen zu lange ausgesetzt ist.

In der christlichen Tradition steht die Sonne gerne für Jesus selber. So z.B. in dem Lied „Sonne der Gerechtigkeit“, wo es heißt: „Gehe auf zu unserer Zeit; brich in deiner Kirche an, dass die Welt es sehen kann.“ Das Licht, das von Jesus ausgeht, seine Liebe, die bis zur Selbstaufopferung ging, sollte uns erfüllen. Denn er ist ja unser Licht – und wir seine Kinder.

Sollte. Denn im Schatten des Kreuzes ist es manchmal weniger anstrengend, das Sonnenlicht weniger aggressiv. Da scheinen dann die Lichtstrahlen neben uns vorbei. Wir sind ja prinzipiell schon Lichtmenschen, die sich gern mal sonnen. Wir spenden schon mal für „Brot für die Welt“, erziehen unsere Kinder zu Fairness und sozialem Miteinander. Aber man muss ja nicht immer im prallen Sonnenschein stehen. Wenn man hier und da mal über jemanden schlecht redet, wenn einem hier und da mal ein falsches Wort aus dem Mund fährt, wenn man mal hier oder da nicht so ganz fair mit seinen Mitmenschen ist. Wir machen das meistens nicht bewusst, wir machen einfach mit. So schlimm kann das ja auch nicht sein. Man kann schließlich nicht die ganze Welt ändern/retten. Um im Bild zu bleiben: wer kann schon in die Sonne schauen?

 

So wenig wir mit unseren Augen in die Sonne sehen können, weil ihre Strahlen viel zu stark für unser Augenlicht sind, so wenig können wir die Güte, die Gerechtigkeit und die Wahrheit sehen und verstehen, die von Christus ausgeht. So wie wir mittags im Sommer, wenn die Sonne im Zenit steht, eine Kopfbedeckung, Sonnencreme und eine Sonnenbrille brauchen, so verstecken wir uns manchmal hinter unserer beschränkten menschlichen Sicht, mit dem, was für uns gut und richtig zu sein scheint.

 

Im Schatten Jesu verstecken wir uns Hinter fadenscheinigen Argumenten und einem sicheren Auftreten. Denn wir machen eben oft nicht nur mit, sondern wir machen gern mit. Es passiert, man lässt es aber auch passieren. Wir verstecken im Schatten der Sonne unseren Eigennutz, unsere Rache für Verletzungen, unser Bedürfnis nach Anerkennung. Im Hintergrund stehen oft Einsamkeit, das Gefühl der Wertlosigkeit, die Sehnsucht, dazu zu gehören, der Wunsch, gesehen zu werden. Solche Erfahrungen liegen wie Schatten auf unserer Seele und wir suchen nach etwas, das wieder Helligkeit und Freude in unser Leben bringt.

 

Dabei kommt es gar nicht darauf an, sich vom Glanz des Lichtes blenden zu lassen. Wir müssen keine Helden werden, keine leuchtenden Vorbilder für unsere Gesellschaft. Wir müssen uns doch nur von dem Licht Jesu erfüllen lassen. Ein paar Minuten Sonnenbaden. Und dann als Sonnenmenschen leben.

 

Wir mögen zwar selber nie so hell leuchten und strahlen können wie die Sonne Jesus Christus, doch wir können versuchen, ein Kind der großen Sonne, ein Lichtstrahl zu sein. Dazu fordert uns der Wochenspruch auf.

 

Und verspricht uns: wer so lebt, der wird gütig, der wird als gerecht wahrgenommen – und kommt Stück für Stück der Wahrheit immer näher.

Bleiben Sie behütet

Alles Gute und Gottes Segen

Pfrin. Sigrid Ullmann

Ab Sonntag 17. Mai 2020 wieder Gottesdienste!

 

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