„Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben als Lösegeld für viele.“ Mt 20,28

 

Liebe Gemeinde,

die Klopapierrolle – sie ist zu einem Symbol geworden. Das Symbol unserer Angst vor den nächsten Wochen. Immer wieder sieht man in den Geschäften leere Regale. Menschen kaufen aus Panik, dass das öffentliche Leben zusammenbricht und wir unsere Grundbedürfnisse nach Nahrung und Hygiene nicht mehr befriedigen können.

Wir wollen Sicherheit und legen Vorräte an. So wie der Hamster alles Fressbare in seine großen Hamsterbacken stopft. Um dann zu Hause seine Hamsterbacken in der eigenen Futterhöhle auszuleeren. Wo er dann im Winter schläft und von seinen Vorräten lebt.

Dem Hamster kostet es viel Mühe. Uns kostet Hamstern nicht nur viel Geld, sondern es ist eine Botschaft: „Ich zuerst!“ Es bewirkt, dass der Nächste, der die leeren Regale sieht, Angst bekommt, dass für ihn nichts mehr übrigbleibt und anfängt mit Hamstern. Es entsteht eine Hamster-Angst-Spirale.

Dabei wissen wir alle, wenn unsere Lieben oder wir selber mit einer Lungenentzündung an einer Beatmungsmaschine in der Intensivstation hängen, dass uns 1 000 Rollen Klopapier nichts nutzen werden. Losgekauft vom Leiden oder vom Tod haben wir uns nicht.

Freikaufen, dass ist Gedanke des Lösegelds. Lösegeld bedeutet, dass ich gefangen bin und mich mit Geld freikaufen kann. Doch kein Geld der Welt wird uns vor einem Virus, einer Weltwirtschaftskrise, Schmerzen und Tod freikaufen können. Aus diesem Gefängnis, der Unsicherheit, können wir uns nicht freikaufen.

Darum geht es in unserem Schriftwort: Als Jesus in unsere Welt gekommen ist, hat er uns ein anderes Vorbild gegeben: Den Diener. Einen Menschen, der für Andere da ist, um ihnen zu helfen. Seine Botschaft an uns: „Der Notleidende zuerst!“ Denn nur mit dem Dienst am Nächsten wird unsere Welt zu einer besseren und schicheren Welt. Wo Menschen sich aufeinander verlassen können, da ist für uns alle gesorgt!  Da ist echte Sicherheit! Den Diener, der sein Leben gab, um unsere Herzen „frei“ zu machen von unserem Egoismus und dem Hamster in uns. Um uns das Signal zu geben: „Für dich ist gesorgt!“

So ist es in unseren heutigen Tagen der größte Dienst aneinander gerade dafür zur Sorgen, dass das öffentliche Leben nicht zusammenbricht, indem wir unseren Beitrags dazu leisten: Unseren Aufgaben und Pflichten nach zu gehen. Sei es die alltäglichen Arbeit, die Hausaufgaben, alles, damit unser Land weiter so gut funktioniert.

Bleiben Sie behütet!

Alles Gute und Gottes Segen

Pfrin Sigrid Ullmann

Ab Sonntag 17. Mai 2020 wieder Gottesdienste!

 

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