Neue 1. Pfarrerin von Schweinfurt-St. Lukas: Sigrid Ullmann

Schweinfurt – St. Lukas, Sa., 27. Okt. 2018. „Halleluja, Jesus, Amen“ – Eigens aus Münnerstadt war der Gospelchor unter Leitung von Jan Jancalek gekommen. Dort hatte die neue Pfarrerin Sigrid Ullmann in den vergangenen zwölf Monaten Dienst an der evangelischen Auferstehungskirche getan und bleibende Erinnerung hinterlassen. Auch das oberfränkische Tettau ist eine ihrer mehreren Wirkungstätten gewesen (s. LINK: https://www.schweinfurt-evangelisch.de/inhalt/eine-neue-im-dekanat). Nahebei – im thüringischen Lauscha – ist übrigens ihr Mann Jörg Zech Pfarrer. Bei ihm leben auch die vier gemeinsamen Kinder im Alter von 9 – 16 Jahren. Sie waren natürlich bei der Einführung ihrer Mutter in Schweinfurt dabei, ebenso wie ein Pfarrerskollege aus der dortigen Region.

Nun also wurde die gebürtige Rheinland-Pfälzerin und weitgereiste Theologin mit Wirkung vom 1. Oktober 2018 offiziell zur Pfarrerin auf Lebenszeit ernannt und ihr die Erste Pfarrstelle der St. Lukas-Gemeinde auf dem Hochfeld übertragen.

Der Einführungsansprache von Dekan Oliver Bruckmann lag der neue Wochenspruch „Bei dir ist die Vergebung, dass man dich fürchte“ (Psalm 130,4) zugrunde. Es sei gut, immer wieder an dieses Wort erinnert zu werden. Denn leider gebe es böse und ungesagte Worte, Fehler und Fehleinschätzungen, von denen Menschen nicht loskämen und die darum auch nicht anderen vergeben könnten. Von daher müsse das Psalmwort vom barmherzigen Gott immer neu gebetet, gepredigt, gesungen, vor allem aber praktiziert werden. Dies sei eine wichtige Aufgabe eines Pfarrers bzw. einer Pfarrerin. Anschließend erbat der Dekan für Pfrin. Ullmanns Dienst der Verkündigung und für ihre anderen, vielfältigen pfarramtlichen Dienste den Beistand Gottes. Flankiert von vier Assistierenden, darunter ihren beiden Töchtern, segnete er sie am Altar für ihre Arbeit in der Gemeinde.

Die gespannt erwartete Antrittspredigt der Pfarrererin kreiste um das bekannte Bibelwort „Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch“ (1. Petrusbrief 5,7). Sie habe von Sorgen in der XL-Gemeinde vernommen, angefangen vom bröckelnden Beton über die Finanzen bis hin zur fehlenden Jugend – führte Pfrin. Ullmann aus. Doch müsse man die Sorge in der Hand haben – nicht etwa umgekehrt, dass einen die Sorge nicht mehr loslasse. Neben den gemeindlichen gebe es natürlich auch menschliche Sorgen: Gefühle von Schwäche, Ängste, Scheitern, mit denen es untereinander umzugehen gelte. Sie sehe ihre Aufgabe als Pfarrerin darin, „Abgründe in den Herzen zu sehen und nach Brücken zu suchen“.

„Ein unheimlich großer Schatz“ sei aber die Offenheit der Gemeinde. Überhaupt: „Der Schweinfurter ist grad (he)raus“. Er sei ehrlich, aufrichtig und kremple die Ärmel hoch; überhaupt sei sehr viel Energie und Potenzial zu spüren. So freue sie sich, hier dienen zu dürfen und dabei nicht nur die Sachprobleme, sondern vor allem den Menschen zu sehen und die menschlichen Probleme zu lösen im Vertrauen darauf, dass der Herr es recht machen werde.

Im Übrigen wurde der Gottesdienst musikalisch durch den Gemeindechor von St. Salvator / Gut Deutschhof unter Leitung von Petra Hurth bereichert. Nur für die Gemeinde war kein eigenes Lied vorgesehen.

Beim anschließenden Empfang im Saal einen Stock tiefer gab es die obligatorischen Grußworte, moderiert von Prädikant Stefan Gäb. Stadtrat Jürgen Montag, zuständig für Soziales, Jugend, Sport und Schulen, betonte die Schnittmenge zwischen den Kirchengemeinden und der Stadtverwaltung gerade in Blick auf die Kitas. Selbst Gemeindemitglied von St. Lukas, wusste er natürlich, dass sie zwar die größte Stadtgemeinde ist, aber doch Schweinfurts Christuskirche (inkl. „Arche“-Dittelbrunn!) mehr (nämlich rund 400) „Seelen“ zählt.

Senior Pfr. Dr. Wolfgang Weich/SW-Christuskirche, dem seinerseits für seinen Elan und Humor gedankt wurde, womit er die Verwaltung von St. Lukas während der einjährigen Vakanzzeit gemanagt hatte, hieß Pfrin. Ullmann im Namen des Pfarrkapitels mit seinen über 40 Kolleginnen und Kollegen willkommen.

Pastoralreferentin Maria Garsky überbrachte die Grüße der katholischen Nachbargemeinden Peter und Paul sowie Maximilian Kolbe und bekundete ihre Vorfreude auf ökumenische Zusammenarbeit.

Und KV-Vertrauensmann Karlheinz Götz zeigte sich erleichtert: „Nun sind wir wieder unabhängig betriebsfähig“. Außerdem sei Frau Ullmann die erste Pfarrerin, die jünger als die Gemeinde (gegründet 1966-1969) sei – dies wohl in Erwartung ihres um so längeren Bleibens. Am Ende bedankte sie sich für die warmen, herzlichen Worte.

Veröffentlicht von Siegfried Bergler am So., 28.10.2018 11:34